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Uster Triathlon mit Weltpremiere

Nach den beiden Pandemie-Jahren herrschte beim diesjährigen Uster Triathlon wieder Normalität – und das sorgte für eine entkrampfte, beflügelnde Ambiance und Glücksgefühle en masse. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte sich diese, ebenso aber bei den Fans wie den Organisatoren. Und, die „Premiere nach der Pandemie“ wartete mit einer Überraschung und einer Neuigkeit der ganz besonderen Art an der Spitze auf.

Ein Blick auf die Rangliste über die Olympische Distanz untermauert dies: Fan Junjie vor Chen Qing bei den Männern und Jia Huiwen vor Lin Xinyu bei den Frauen. Zwei chinesische Doppelsiege also und zwei knappe Entscheidungen. Und dahinter: Lange nichts. 3:22 Minuten verlor der drittplatzierte Florin Parfuss als stärkster Schweizer bei den Männern, 4:23 Alanis Siffert bei den Frauen. Da zeigte sich ein Klasseunterschied. Und begleitet ist diese Feststellung von einer zentralen Frage: China und Triathlon? Und ebenso: China-Triathlon und die Schweiz? Der Uster Triathlon lieferte eine überraschende Antwort.

 

Brett Suttons neues Projekt

Hinter den chinesischen Triathlon-Olympia-Projekt – für Olympia 2024 in Paris soll sich eine/ein Athlet qualifizieren, für 2028 je ein Team – steht ein grosser Name: Brett Sutton. Es handelt sich um den Australier, der seit Jahren in der Schweiz lebt und u.a. hinter dem Olympia-Sieg von Nicola Spirig und den Hawaii-Triumphen von Daniela Ryf steht. Sutton ist in seinem Wohnort im Engadin von den Chinesen kontaktiert worden und er hat ein Kontrakt mit ihnen unterschrieben. „Das ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe“, hat der erfahrene Mann festgestellt.

Sutton arbeitet mit jungen, in einem strengen Nominationsverfahren erkorenen Triathletinnen und Triathleten zusammen. Unterstützt wird er von seinem Sohn – der, so der Vorteil, sich plus/minus in Mandarin verständigen kann. „Wir haben von ganz unten begonnen“, sagt Sutton. Der Uster Triathlon stellte so etwas wie einen Startschuss dar.

 

Programm für jeden Geschmack

Zu begeistern vermochte der Uster Triathlon in seiner ganzen Breite. Kinder, Jugendliche, Stand-up-Paddler, erstmals eine Gruppe Geistigbehinderter, Volkstriathletinnen und -triathleten – sie alle konnte sich in der boomenden Multisportart profilieren, Und – wie die Bilder beim Zieleinlauf manifestierten: zu einzigartigen Glückgefühlen gelangen. Das Schlusswort überlassen wir der oben erwähnten drittplatzierten Alanis Siffert: „Sport ist eine gute Sprache, das zeigte sich mir in diesem Rennen mit den Chinesinnen. Fürs Fighten mit- und gegeneinander braucht es keine Worte.“

Plus/minus konventionell präsentierte sich die Rangliste des Mitteldistanz-Rennens. Mit Fabian Duttli und Julie Derron setzten sich (die bekannten) Favoriten durch. Und ganz erfreulich: Mit mehr als 2200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ergab sich ein Total, das der (30.) Rekordausgabe von 2019 sehr, sehr nahe kam. Auf dem jüngsten Uster Triathlon lässt sich bauen – bei allen Involvierten.